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Lars Terporten ist neuer Schützenkönig der Junggesellen

Aktuelles, Brauchtum, Vereinsleben | 18. August 2026

Brauchtum und Traditionen bewahren – Lars Terporten heißt der amtierende Schützenkönig von Ahrweiler.

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Seit dem 7. Lebensjahr gelebte Traditon

Damit kommt die Majestät der Junggesellen nach 21 Jahren wieder aus der Niederhut – 21 Jahre, nachdem sein Onkel Jan Terporten den prestigeträchtigen Titel trug. „Hoffen wir für die Niederhut darauf, dass keine weitere Durststrecke folgt, denn ein weiterer Terporten-Nachfolger in 21 Jahren wird nach aktuellem Stand wohl nicht möglich sein“, schmunzelt der frisch gekürte König, auch wenn in der alteingesessenen Ahrweiler Familie Brauchtumspflege – besonders im Schützenwesen – großgeschrieben wird. „Unsere ganze Familie ist mehr oder weniger bei den Schützen aktiv. Meine Brüder sind bei den Junggesellen, die Onkels bei den Bürgerschützen. Mein Vater und inzwischen verstorbener Opa waren langjährige Betreuer der Aloisius-Jugend und Ehrenmitglieder. Ich bin also mit den Ahrweiler Schützen groß geworden“, berichtet der 27-Jährige, der bereits mit sieben Jahren zum ersten Mal als Flötist im Tambourcorps der Aloisius-Jugend in Grün aufzog.

Ein Traum – Einzug durchs Niedertor

Dass er als Junggesellen-Schützenkönig einmal durchs Ahrtor – und vor allem auch durchs Niedertor – einziehen würde, habe er sich mit Anfang 20 auch nicht träumen lassen. „Schützenkönig zu werden ist ja nicht unbedingt das ultimative Ziel, wenn man im Schützenverein aktiv ist. Ich habe es meistens vermieden, im Mittelpunkt oder der ersten Reihe zu stehen“, so Terporten und beschreibt den Prozess, der zu seinem Entschluss, beim Königsschießen mitzumachen, führte. „Der Zeitpunkt war irgendwie einfach richtig: Ich habe vor zwei Jahren mein Studium abgeschlossen, habe eine feste Anstellung und 27 ist ein optimales Alter, damit ich noch mein Ex-Königs- und Ex-Ex-Königsjahr bei den Junggesellen verbringen kann. Irgendwann fiel dann der Entschluss“, erklärt der Niddehöde Jong, der bereits im Vorjahr einen Versuch unternommen hatte, Zepter und Königskette zu erschießen. „Ich liebe meine Heimat, ich liebe Ahrweiler, die Vereine, die Traditionen und ich wollte mich hier gerne verewigen. Dann macht man halt den Schützenkönig“, berichtet der eingefleischte Ahrtaler, der sein Ziel mit dem siegreichen 62. Schuss am diesjährigen Dreifaltigkeitssonntag erreichte: Ein neuer König aus dem Hause Terporten war gekrönt.

Bis in die Morgenstunden gefeiert – Dank an die Nachbarn

Selbstredend, dass die stolze Familie sich auch bei den Feierlichkeiten nicht lumpen ließ und das Königs-Quartier zu sich in den Garten verlegte. „Ich bin jedem, der geholfen hat, unendlich dankbar“, so die frisch gekürte Majestät, die nicht zuletzt einen Dank an die Nachbarn richtet, die die königlichen Festivitäten, die oft bis frühmorgens dauerten, erduldeten. Dafür gab es dann auch Kaffee und Kuchen von den Eltern. „Das ist das Schöne an Ahrweiler: die Gemeinschaft, der Zusammenhalt und dass die Traditionen der Vereine so akzeptiert werden.“

Nach einer erfolg- und feierreichen Schützenwoche freut sich der amtierende Junggesellen-Schützenkönig auf die vielen Termine im Laufe des anstehenden Jahres. Die Vorstellungen bei Stadt, Voba und KSK waren schon mal ein Vorgeschmack auf die Bekanntschaften und interessanten Gespräche, die ihn im Laufe seines Königsjahrs erwarten. „Ich bringe mich gerne aktiv ein und bin interessiert daran, das Brauchtum und die Tradition des Schützenwesen in Ahrweiler fortzuführen. Ich bin zwar kein gewählter Vorstand, freue mich aber darauf, meinen Teil zu leisten sowie dieses Ehrenamt als Repräsentant unserer Schützengesellschaft innezuhaben und die Königskette durch meine Vaterstadt Ahrweiler tragen zu dürfen.“

Tradition und Werte – wichtiger denn je

Dass sich das Vereinsleben in der heutigen Zeit anders gestalte als noch zu Zeiten seiner Eltern oder Großeltern und der Fokus der Jugend allgemein nicht mehr so sehr auf Tradition und Vereinsleben liege, sei eine gesellschaftliche Entwicklung, mit der man umgehen müsse, so Terporten. Dabei seien Tradition, Brauchtum, Werte und Normen gerade in unsteten Zeiten wichtiger denn je – und Heimatgefühl. „Zu wissen, wo man herkommt, stützt ungemein.“

Stolz auf Ahrweiler – hier ist die Welt noch in Ordnung

Als dritte Terporten-Generation im schmucken mittelalterlich geprägten Weinort weiß Lars Terporten genau, woher er kommt und das aktive Vereinsleben vor Ort und den Zusammenhalt sehr zu schätzen. Tradition und Brauchtum zu erhalten und auch weiterhin den christlich geprägten moralischen Kompass zu vermitteln, sind ihm ein Herzensbedürfnis: „Ich bin stolz auf das, was wir hier in Ahrweiler haben. Hier ist die Welt noch in Ordnung“, ist sein Credo, das er als Junggesellenschützenkönig weit über die Stadttore hinaustragen will.

Text: Sandra Fischer – Fotos: Klaus Geck / Privat / Andreas Noll

Video: Schnitt – Christian Rösch

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