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Mit internationaler Erfahrung zum ersten eigenen Michelin-Stern

Kulinarik | 09. Oktober 2026

Mit internationaler Erfahrung zum ersten eigenen Michelin-Stern

Toller Erfolg für Brogsitter’s Historisches Gasthaus Sanct Peter in Walporzheim und Küchenchef Sebastian Baumann: Das Gourmet Restaurant Brogsitter konnte seinen Michelin-Stern behaupten. Für Baumann ist die Auszeichnung zugleich eine ganz persönliche Premiere – und der Lohn für die gemeinsame Arbeit seines Teams.

Von Wien über die Mosel, Australien und Shanghai bis an die Ahr: Sebastian Baumann hat in renommierten Küchen rund um den Globus gearbeitet. Seit November 2025 führt er die Küche im Gourmet Restaurant Brogsitter Der erste eigene Michelin-Stern ist für ihn Anerkennung – vor allem aber eine Teamleistung.

Sebastian Baumann bringt internationale Erfahrung, französische Präzision und asiatische Einflüsse in die Küche von Brogsitter’s Historischem Gasthaus Sanct Peter

Es gibt Karrieren, die sich auf einem geraden Weg entwickeln. Und es gibt Lebensläufe wie den von Sebastian Baumann: Wien, Salzburg, München, Mosel, Tegernsee, Tirol, Australien, Asien – und schließlich Walporzheim an der Ahr. Viele Stationen, unterschiedliche kulinarische Kulturen und renommierte Küchen haben den heute 34-Jährigen geprägt. Seit November 2025 ist er Küchenchef von Brogsitter’s Historischem Gasthaus Sanct Peter. Nun darf er sich über eine besondere Auszeichnung freuen: seinen ersten eigenen Michelin-Stern.

Für Baumann ist dieser Stern mehr als ein Eintrag im Michelin-Führer. Er ist Anerkennung für die Arbeit, die er gemeinsam mit seinem Team leistet – und zugleich ein Versprechen, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Früh geprägt von großen Häusern

Seine berufliche Reise begann früh. Der gebürtige Fürstenfeldbrucker war gerade einmal 15 Jahre alt, als er seine Ausbildung im legendären Hotel Sacher in Wien begann. Die österreichische Hauptstadt lag für den jungen Auszubildenden allerdings ein gutes Stück von seiner Heimat entfernt. Deshalb wechselte er nach Salzburg, ebenfalls ins Sacher, und schloss dort 2011 seine Ausbildung ab.

Danach ging es nach München. Im Bayerischen Hof lernte Baumann sowohl die Arbeit in der Sterneküche als auch die Dynamik eines größeren Restaurants kennen. Eine Erfahrung, die seinen Blick auf die Gastronomie erweitern sollte.

Doch bevor die Spitzenküche endgültig zu seinem beruflichen Zuhause wurde, zog es ihn hinaus in die Welt. Fast ein Jahr reiste Baumann durch Indien und Nepal. „Es war eine Zeit des Sehens und Ausprobierens, weniger des Kochens“, beschreibt er diese Phase. Die Eindrücke aus dieser Reise sollten ihn dennoch nachhaltig beeinflussen.

Zurück in Deutschland folgte der nächste entscheidende Schritt: Baumann wechselte zu Drei-Sterne-Koch Christian Bau an die Mosel. Rund anderthalb Jahre arbeitete er dort und erlebte Spitzenküche auf höchstem Niveau. Weitere Stationen bei Christian Jürgens in der „Überfahrt“ am Tegernsee und bei Simon Taxacher im Tiroler „Rosengarten“ schlossen sich an.

Die Welt als kulinarisches Klassenzimmer

Dann wurde die Welt erneut zu seinem Arbeitsplatz. Zwei Jahre verbrachte Baumann in Australien, später führte ihn sein Weg wieder nach Asien.

2021 kehrte er nach München zurück und gehörte zum Wiedereröffnungsteam des legendären Restaurants Tantris. Dort begegnete er kurz vor seinem Abschied dem deutschen Drei-Sterne-Koch Stefan Stiller. Diese Begegnung sollte seine weitere Laufbahn entscheidend beeinflussen.

Baumann folgte Stiller nach Shanghai. Als Executive Sous-Chef arbeitete er dort für zwei Standorte – in Shanghai und Guangzhou. Die chinesische Metropole wurde für ihn nicht nur zu einer weiteren Station im Lebenslauf, sondern zu einer wichtigen kulinarischen Schule. Techniken, Aromen und Arbeitsweisen, die er während dieser Zeit kennenlernte, prägen bis heute seine Küche.

Im Oktober 2024 kehrte Baumann nach Deutschland zurück. Zunächst arbeitete er als Privatkoch für eine Münchner Unternehmerfamilie. Doch die Restaurantküche fehlte ihm. Die Möglichkeit, wieder in einem professionellen Küchenteam zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen, führte ihn schließlich an die Ahr.

Am 1. November 2025 übernahm Sebastian Baumann die Küchenleitung von Brogsitter’s Historischem Gasthaus Sanct Peter in Walporzheim.

Eine anspruchsvolle Aufgabe: Das traditionsreiche Haus verfügt bereits über einen Michelin-Stern. Baumanns Ziel war entsprechend klar – den Stern zu halten und die Küche gleichzeitig Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Französische Basis mit Blick über den Tellerrand

Seine kulinarische Handschrift lässt sich dabei nicht auf eine einzelne Stilrichtung reduzieren. Baumann arbeitet auf einer französischen Basis, verbindet diese aber mit modernen Techniken und internationalen Einflüssen.

Besonders die Erfahrungen aus Asien haben dabei Spuren hinterlassen. Gleichzeitig spielt die Region eine wichtige Rolle. Saisonale und regionale Produkte stehen im Mittelpunkt seiner Küche – allerdings ohne dogmatischen Anspruch.

Vielleicht ist es gerade diese Mischung, die Baumanns Küche auszeichnet: klassisches Handwerk trifft auf internationale Erfahrung, regionale Produkte auf Techniken aus anderen Teilen der Welt.

Die Ahr ist dabei nicht lediglich der Ort, an dem diese Küche serviert wird. Sie liefert einen Teil der kulinarischen Identität des Hauses.

„Der erste eigene Stern ist etwas ganz Besonderes“

Als die erneute Auszeichnung mit einem Michelin-Stern feststand, war die Freude bei Brogsitter’s Historischem Gasthaus Sanct Peter entsprechend groß.

Hans-Joachim (Hajo) Brogsitter bezeichnet den Michelin-Führer als „die für uns Gastronomen Rote Bibel“. Ein Stern sei eine besonders wertvolle Auszeichnung, die hart erkämpft werden müsse. Gleichzeitig sei er eine Verpflichtung und Herausforderung, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Für Sebastian Baumann ist die Auszeichnung noch einmal etwas ganz Persönlicheres. Zum ersten Mal trägt er als Küchenchef die Verantwortung für ein Restaurant, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde.

„Der erste eigene Stern ist was ganz Besonderes“. Anerkennung natürlich – Anerkennung für die Arbeit, die man hier macht“, sagt Baumann.

Und doch möchte er den Erfolg nicht für sich allein beanspruchen.

„Letztendlich ist es eine Teamleistung – gekocht wird gemeinsam. Serviert wird gemeinsam. Allein geht’s nicht.“

In diesem Satz steckt viel von dem, was seine Küche ausmacht. Spitzenküche ist für Baumann kein Soloprojekt. Sie entsteht im Zusammenspiel vieler Menschen – in der Küche ebenso wie im Service.

Für Brogsitter’s Historisches Gasthaus Sanct Peter bedeutet das: Die lange kulinarische Geschichte des Hauses bekommt ein neues Kapitel.

Text: Andreas Noll mit KI optimiert / Fotos: Andreas Noll und Brogsitter

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